Unsere Veranstaltungen.

Kneipe.

Die typischste Form verbindungsstudentischen Feierns: vorn sitzt das Präsidium bestehend aus den drei Chargierten (dem X, XX und XXX bzw. dem Erst-, Zweit- und Drittchargierten) und blickt auf (in der Regel) zwei „Zapfen“, also zwei lange Tischreihen, die vom Präsidium wegführen. Am Ende des vom Präsidium aus betrachtet rechten Zapfens sitzt das Contrarium, das vom Fuxmajor geführt wird. Vor ihm sitzen die Füxe, über die er während der Kneipe gebietet und auf deren Disziplin und Bierversorgung er zu achten hat. 

Die Kneipe besteht aus einem Wechsel von Liedern (versammelt im Allgemeinen Deutschen Kommersbuch), Colloquien, Reden und Biergenuss (geregelt im Allgemeinen Deutschen Biercomment). Während der Lieder und der Vertreterreden herrscht das vom Präsidium verhängte Silentium, die Gespräche sind einzustellen. In den Colloquien wird der Geselligkeit gefrönt. 

Um es kurz zu machen: Wir sitzen im Hufeisen, singen, trinken und unterhalten uns nach festen Regeln. Das Präsidium und das Contrapräsidium wachen über deren Einhaltung - im offiziellen Teil etwas strenger, im zweiten, inoffiziellen Teil etwas weniger streng. Zwischen den beiden Teilen gibt es in der Regel eine Pause mit einem Kneipimbiss. Im inoffiziellen Teil werden meist das Präsisium und das Contrarium ausgewechselt; es wird „fröhlicher“ und zu dieser Fröhlichkeit trägt der Fuxenulk bei (ein Sketch, der von den Füxen aufgeführt wird). Zu gegebener Zeit wird die Kneipe unter den Tisch getrunken (also beendet). 

Stiftungsfest.

Das Stiftungsfest findet jährlich statt, um ein weiteres Jubiläum der Gründung unserer Landsmannschaft zu feiern. Es beginnt traditionell mit einem kleinen Begrüßungsabend am Donnerstag. Am Freitag findet der Festkommers statt, am Samstagmorgen tagen die Convente bzw. die Mitgliederversammlung bevor es abends auf den Ball oder den Gesellschaftsabend geht. Hier hält der jüngste Fux traditionell die Damenrede. Am Sonntagnachmittag endet das Stiftungsfest nach dem Frühschoppen (auch „Abtrunk“ genannt). Traditionell werden die Mützen unserer neuen Mitglieder zum Ende des Stiftungsfestsonntages eingetrunken.

Zu unseren Stiftungsfesten dürfen wir unsere Freundschaftsbrüder sowie weitere Gäste begrüßen, die teilweise auf der Villa Spandovia und teilweise auf anderen Verbindungshäusern untergebracht sind. Selbstredend besuchen auch wir die Stiftungsfeste unserer Freundschaftsbünde.

 

Kommers.

Der Kommers ist die „getragenere“ Version der Kneipe: er ist noch stärker formalisiert. Der Höhepunkt des Kommerses ist die Festrede, die meist ein akademischer Vortrag ist. Es gibt kein Contrarium, keinen Fuxenstall und keinen Burschensalon. Dafür sind mehr externe Gäste anwesend, was die Zahl der Vertreterreden und überreichten Geschenke erhöht. 

Der Kommers wird bei uns Spandauern ausschließlich anlässlich des Stiftungsfestes „geschlagen“, wohingegen andere Verbindungen auch Semsterantritts- oder Semesterschlusskommerse feiern. Der Kommers ist, ebenso wie Antritts- und Schlusskneipe, „hochoffiziell“, das bedeutet: alle Aktiven und Inaktiven am Ort sind teilnahmepflichtig. Aufgrund der größeren Zahl von Gästen finden Kommerse öfter auch außerhalb der Villa Spandovia statt. Am liebsten sind wir dafür in den altehrwürdigen Gemäuern der Spandauer Zitadelle (italienische Höfe). 

Totengedenken.

Die Ehrung unserer Toten, die die Landsmannschaft gegründet und seit 1878 getragen haben, findet jährlich zwischen Generalconvent und Mitgliederversammlung während des Stiftungsfestsamstages statt. Hierbei gedenken wir nicht nur der Gesamtheit unserer verstorbenen Bundesbrüder, sondern auch den im letzten Jahr von uns Gegangenen. Das tragische und sinnlose Sterben in den Weltkriegen, in denen wir viele Bundesbrüder verloren, mahnt uns jährlich zum Frieden. 

Convent.

Die Convente sind die zentralen Entscheidungsorgane unserer Landsmannschaft. Hier werden alle organisatorischen und gegebenenfalls Streitfragen demokratisch entschieden. In der Regel entscheiden wir mit einfacher Mehrheit, bei schwerwiegenderen Fragen bisweilen mit anderen Quoren. Wir unterscheiden zwischen einem Allgemeinen Convent, auf dem auch die Füxe sitzen, und dem Burschenconvent, der Angelegenheiten verhandelt, die nur Burschen betreffen. 

Während des Stiftungsfestes tagt der Generalconvent, auf dem auch viele Alte Herren teilnehmen. Hier berichten der Vorstand und der Erstchargierte an den gesamten Bund, nur hier können bspw. Satzungsänderungen vorgenommen werden. 

Sommerfest.

Das Sommerfest findet jährlich kurz nach Beginn des Semesterferien in unserem Garten statt: vor unserem fest gemauerten Grill haben wir eine große Freifläche, auf der wir die Bierbankgarnituren für unsere Gäste aufstellen. Die Zapfanlage und der Kühlschrank werden nach draußen verlagert, es wird ein von den Aktiven selbst zubereitetes Salat-, Beilagen- und Kuchenbuffet aufgebaut, der Rest des Essens wird auf dem Grill zubereitet. Beim Sommerfest ist immer die gesamte Bundesfamilie zugegen: neben dem üblichen Bier (meist selbst gebraucht von einem unserer Alten Herren) gibt es Bowle und Sekt sowie zur Unterhaltung Jazzmusik und für die Kinder einen Zauberer. 

Im Gegensatz zu den hochoffiziellen Veranstaltungen ist das Sommerfest die Gelegenheit, die grünen Tassel Loafer mit der brombeerfarbenen Chino zu kombinieren und es sich ohne Krawatte im großzügigen Garten gutgehen zu lassen. 

Der Pfingtskongress.

Jedes Jahr fahren die Spandauer nach Coburg zu unserem Verbandstreffen. Das ist, abgesehen von der Greifensteintagung, der einzige Zeitpunkt, zu dem sich - zumindest theoretisch - alle Verbandsbrüder bzw. Mitgliedsbünde des Coburger Conventes, in dem die Landsmannschaften und Turnerschaften zusammengeschlossen sind, treffen. 

Wir übernachten, wie fast alle Verbandsbrüder, in einer der Coburger Schulen und nehmen unsere Mahlzeiten in unserer Constante, dem „Bratwurstglöckle“, ein. In Coburg spielen wir im Rahmen des Sportfestes regelmäßig erfolglos beim Fußballturnier mit, machen einen Ausflug in das nahegelegene Seßlach, besteigen den Staffelstein und nehmen am Festkommers am Montagabend teil, der anschließend in einen Fackelzug zum Marktplatz mündet, auf dem die akademische Feierstunde abgehalten wird. Abhängig von den Studienverpflichtungen reisen unsere Aktiven Montagnacht zurück oder gönnen sich noch den Frühschoppen mit den Coburgerinnen und Coburgern am Dienstag.

 

Jahresangrillen.

Da wir nicht nur einen Gasgrill auf dem Balkon, sondern auch einen fest gemauerten großen Grill in unserem Garten haben, wird bei Spandovia eigentlich das ganze Jahr über regelmäßig gegrillt. Es hat sich allerdings eingebürgert, am ersten Samstag des neuen Jahres ein Jahresangrillen zu veranstalten. Dem Grillen schließt sich bisweilen eine Kneipe an, um das neue Jahr zu begrüßen. Früher, als in Berlin noch Schnee lag, gab es keine Kneipe, sondern jedes Jahr eine Schneebar, die wir errichtet haben. Aufgrund des Klimawandels war das in den letzten Jahren nicht mehr möglich. 


Fuxenstunden.

Wichtig, besonders für unsere neuen Mitglieder: in der Fuxenstunde lernen sie alles, was uns ausmacht. Dazu gehört natürlich unsere Geschichte, aber auch die Geschichte der Universitäten und der Studentenverbindungen insgesamt. Aber auch unser Reglement will verinnerlicht werden: wie jeder Verein und jede gute demokratische Organisation verfügen wir neben einer Satzung auch über eine Geschäftsordnung und ein Beschlussbuch, die regeln, was es im Alltag zu regeln gibt. Für die Ausbildung der Füxe ist der Fuxmajor zuständig. Er leitet die Fuxenstunde. Er ist nicht nur „Lehrer“, sondern auch erster Ansprechpartner unserer Füxe, wenn es um deren Interessen geht. Daher übernimmt er auch die verbindungsstudentische Ausbildung unserer Füchse, was Betragen und Comment angeht.

Paukstunden.

Da wir pflichtschlagend sind (siehe Mensurboden), müssen unsere Bundesbrüder das Fechten erlernen. Das Üben nennen wir „pauken“. Der für die Fechtangelegenheiten zuständige Bundesbruder ist der Zweitchargierte (XX). Er bietet wöchentlich drei bis fünf Paukstunden an, bei denen der Umgang mit der „Glocke“ und die verschiedenen Hiebe trainiert werden. Bei neuen Bundesbrüdern geht es dazu zunächst an das „Phantom“ (ein Holzmännchen), um die Bewegungsabläufe und die Kondition zu verbessern, bevor man beim „Contrapauken“ ein Gegenüber hat, das zurückhiebt.

Einmal in der Woche wird der Zweitchargierte durch unseren Fechtmeister bei der Ausbildung unterstützt. Der Ablauf der Paukstunde ist meistens gleich: Aufwärmen, Dehnen, Techniktraining, Contrapauken und Kondition.

Akademisches Fechten ist für uns mehr als nur Sport – es ist Zusammenhalt, Herausforderung und Tradition. Wir trainieren gemeinsam, wachsen über uns hinaus und stehen in der Mensur füreinander ein. Bei uns zählt nicht nur die eigene Entwicklung, sondern auch das Miteinander. Wer Teil unseres Bundes wird, kann sich darauf verlassen: Wir stehen Seite an Seite – im Training und auch auf Mensur.

Mensurboden.

Die Landsmannschaft Spandovia ist pflichtschlagend, wir bekennen uns zur Sportmensur. Jeder Spandauer muss daher mindestens zwei solcher Mensuren schlagen. Zu diesem Zwecke sind wir Teil des Berliner Waffenrings, eines Zusammenschlusses mehrerer Verbindungen, die sich einheitliche Regeln gegeben haben, nach denen gefochten wird. 

In der Regel gibt es drei Mensurböden pro Semester. Sie finden abwechselnd bei den verschiedenen Verbindungen statt, die Mitglieder des Berliner Waffenringes sind. Hier versammeln sich die Spektanten (Zuschauer), um den Mensuren der Paukanten (die Verbindungsstudenten, die fechten) beizuwohnen, ihnen Beistand zu leisten und sie zu beurteilen. An einen Mensurboden schließt sich, wenn einer unserer Bundesbrüder gefochten hat, oftmals auch eine Mensurenkneipe an.